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Faseranalyse

AZVD Zuchtordnung

Grundlage ist die AZVD Zuchtordnung

in der aktuellen Fassung vom 01.07.2015 (NEU) bitte unbedingt lesen. Hier finden Sie auch den für die Anmeldung zur ZEP notwendigen Code, der uns als Bestätigung dient, dass Sie die Zuchtordnung als stehendes Vertragswerk gelesen und verstanden haben. PDF Download hier! (Oder per Klick auf das Dateibild links)

Allgemein

Faseranalyse

Bei der Faseranalyse halten wir uns strikt an international geltende Standards. Wir werden sehr häufig gefragt, warum wir ausgerechnet mit Yocom McColl zusammenarbeiten oder weshalb wir als Messverfahren die Optische Faser Analyse 100 (OFDA 100) favorisieren, obwohl es Messmethoden gibt, welche die Faser entlang der gesamten Länge analysieren und so Fütterungsunterschiede aufdeckbar sind.

Zu Yocom McColl:

Angus McColl hat uns in den Anfangsjahren sehr stark unterstützt. Nicht nur bei der Auswertung vorhandener Daten, sondern auch durch Zulieferung vergleichbarer Anlysen und sogar von seinen Forschungsergebnisse. Aus der Analyse dieser Daten konnte unsere moderne Punktevergabe und die Alters- und Farbkorrektur entwickelt werden. Desweiteren übermittelte er uns die Ergebnisse vergleichbarer Maschinen wie Sirolan Laserscan und OFDA 2000, welches uns dazu bewogen hat, die OFDA 100 Methode anzuwenden.

Zunächst einemal ist es auch für Sie wichtig, dass Sie je nach Bedarf die Untersuchungsmethode wählen und auch dabei bleiben. Nur wenn Sie so wenig wie mögliche Variablen haben, erhalten Sie vergleichbare Ergebnisse. Aus diesem Grund werden wir weder das Labor noch das Verfahren wechseln, denn die Ergebnisse wäre nicht mehr vergleichbar.

Anmerkung zur OFDA 100:

Bei der optischen Faseranalyse wird keine zusätzliche Wärme auf die Faser übertragen, was zum Beispiel beim lasergestützten Sirolan der Fall ist. Die OFDA zeigt zwar im Allgemeinen leicht stärkere Mikrowerte, dafür aber umso realistischere Zusatzdaten wie Anteil und Feinheit medullierter Faser und Curvature. Die zusätzliche Temperatur beim Laserscan erhöht die Krümmung der Faser (Curvature) um nachweislich mehr als 20% und verfälscht dadurch das Ergebnis. Bedauerlicherweise nutzen Mitgleider anderer Vereine diese Methode, um ihre Tiere in diesen Bereichen als überlegen darzustellen. Das sind sie nicht. Man kann sogar davon ausgehen, dass diese Personen Kenntnis von der Sachlage haben, was zu der Vermutung führt, dass hier absichtlich verfälschende Messmethoden eingesetzt werden.
Der Grund, weshalb wir nicht die OFDA 2000 einsetzen ist, dass es sich dabei um eine sog. Felduntersuchung handelt, bei der lediglich 100 individuelle Samples untersucht werden, welche auf keinen Fall die gleiche Repräsentanz haben, wie die 3.000 Samples der OFDA 100.

OFDA vs. Minicoring:

Eine häufig gestellte Frage ist, warum wir nicht wie andere Vereine das Minicoring verwenden, um eine vermeintlich gerechtere Faseranalyse zu erhalten. Eines vorweg: die gerechte Faseranaylse ist eine Illusion. Für jedes derzeit bekannte System wird es immer wieder Nutzer mit ausreichend ausgeprägter krimineller Energie geben, um das System auszuhebeln. Leider bietet das Minicoring exakt diese Möglichkeit. Eric Hoffman und Mike Herrling haben diese Messverfahren mit Angus McColl besprochen, der ebenfalls diese Meßmethode durchführen könnte und sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Methode dem poteziellen Betrüger Tür und Tor öffnet.

Ohne Zweifel ist das Minicoring für die routinemäßige Faseranalyse eines Züchters von Vorteil, kann dort der Einfluss von Futter, Krankheit, Stress, Transport, Show, und anderer faserbeeinflussenden Faktoren abgelesen werden. Sie als Züchter sollten diese Methode bei jeder Schur nutzen, um auch immer einen jährlichen Vergleich zu haben. Unserer Meinung nach ist dieser Probentyp für eine Prüfungssituation jedoch ungeeignet.

Wie den meisten Züchtern mittlerweile bewusst ist, kann man durch eine gezielte magere Ernährung die Faserfeinheit positiv beeinflussen, jedoch ist das der Tiergesundheit gerade in diesen jungen Jahren abträglich.

Klassische Faserprobe (JHP/ZEP):

Ließe man bei unsererm Regelwerk ein Tier hungern, um die Faserfeinheit zu drücken, wird das Tier an Gewicht verlieren und dadurch beim Ernährungszustand Punkte verlieren. Also muss ein Züchter das Tier im letzten Moment wieder zunehmen lassen, was die Faserprobe dann negativ beeinflussen würde.  So kompensiert sich das Ergebnis und der Züchter verliert den angeblichen Vorteil durch die Mangelernährung.

Minicoring:

Beim Minicoring geht jede der zwölf Einzelmessergebnisse einer Probe mit 1/12 in dei Faserendnote ein (gemitteltes Ergebnis). Angenommen ein Züchter lässt sein Tier 10 Monate hungern, erhält dadurch 10 von 12 Bestnoten für feine Faser und erst in den letzten beiden Monaten päppelt er das Tier auf, damit man die Unterernährung bei der ZEP nicht bemerkt wird. Diese erhöhten Monate machen bei der Faser gerade mal 1/6 der Wertung aus, jedoch ist die Mangelernährung nicht aufzudecken, da das Tier ja in einem ausreichend guten Ernährungszustand vorgestellt wird. Minicoring würde das Betrugsrisiko stark erhöhen und das auch noch mit möglicherweise heftigen gesundheitlichen Schäden für die Tiere, die ja lange unterernährt wären. Aus diem Grund halten wir diese Methode in einer Prüfungssituation für kontraproduktiv. Dennoch sollten Sie diese Messmethode für Ihre Tiere in Betracht ziehen. Die Methode deckt Haltungs- und Fütterungsprobleme schnell auf.

Histogramm

Faserhistogramm

Hier sehen Sie eine grafische Erläuterung des Faserhistograms

Hauptfaserdurchmesser (AFD):

Der Hauptfaserdurchmesser (engl. Average Fibre Diameter, kurz AFD) zeigt Ihnen, bei wieviel Mikron (also tausendstel Millimeter) der Durchschnitt der entnommenen Faserprobe liegt, bereinigt von jeweils 16% aller Fasern am oberen und unteren Ende, Extreme, welche diesen statistischen Wert stören würden.

Der AFD wird in Mikron (µ) angegeben.

Bei der ZEP können maximal 25 von 100 Punkten auf diesen Wert erzielt werden.

Standard Abweichung (SD):

Wie unter AFD beschrieben wird das gesamte Histogramm oben und unten um jeweils 16% gekürzt. Dadurch wird die Pyramide eines Faserhistogramms rechts und links bereinigt. Die Standard Abweichung (engl. Standard Deviation, kurz SD) beschreibt den rechten und den linken Abstand der bereinigten Pyramide zum errechneten Durchschnitt (Mittelpunkt) und steht somit eigentlich für einen  ± Wert.

Der SD wird in Mikron (µ) angegeben.

Beispiel:
bei einem AFD von 20µ und einem SD von 4µ hat die bereinigte Pyramide eine
Breite von 20µ ± 4µ,
ist also breit und reicht von
16µ bis 24µ.

Der SD-Wert ist bestimmend für das "Handle" einer Faser, also ein Indikator dafür, wie gut sich eine Faser anfühlt. Umso feiner eine Faser insgesamt ist, um so bedeutender ist auch ein niedriger SD-Wert. Dies wird deutlich, wenn man sich vorstellt, dass man durchaus in der Lage ist, aus nur feiner Faser ein einzelnes kratzendens Haar herauszufühlen, während umgekehrt ein feines in einer Kratzbürtse unbemerkt verschwindet. Überträgt man das auf die Bedeutung des SD Wertes so wird schnell deutlich, dass ein Faserhistogramm mit sinkendem Durchschnittswert auch immer schmaler sein muss, damit die gröbere Faser am rechten Ende der Pyramide nicht deutlich zu spüren ist.
Beim Screening der ARI gab es Punkte für SD, die sich aus bestimmten Blöcken errechneten. Im Gegensatz dazu haben wir eine Formel entwickelt, welche die Punktevergabe aus dem CV Wert errechnet. (siehe nächster Punkt).

Koeffizient der Abweichung (CV):

Der CV-Wert (engl. Coefficient of Variation, kurz CV) steht für eine mathematische Formel, welche die unter SD genannte Erläuterung zum Handle verdeutlicht. Der CV errechnet sich aus (SD/AFD)*100 und wird demnach in % dargestellt.

Die I.W.T.O. (International Wool Textile Organisation) definiert einen CV von 24% so, dass bei diesem Wert die gefühlte Feinheit der Probe auch der gefühlten Feinheit des Garns (Spin Fineness) entspricht. Ist ein Wert niedriger als 24% fühlt sich das Garn besser an, als die Probe, ist der Wert höher als 24%, fühlt sich das Garn schlechter an als die Probe. Der CV-Wert, also die Relation von Pyramidenbreite und Hauptfaserdurchmesser ist also ein objektiver Gradmesser für das Handle einer Faser.

Der CV-Wert wird in Prozent (%) angegeben)

Bei der ZEP können maximal 25 von 100 Punkten auf diesen Wert erzielt werden.

Anteil >30 Mikron (>30µ):

Generell gilt die Grenze von 30µ als der Bereich, an der unsere Haut Störungen als kratzend empfindet. Daher stammt auch der englische Begriff Prickle-Factor. Lösgelöst von der Herleitung des AFD und der Bereinigung der Faserpyramide (Histogramm) werden hier wieder alle Fasersamples gewertet. Der Wert beschreibt den prozentualen Anteil der Fasern über 30µ der Probe und damit den sog. Prickle-Factor. Natürlich ist ein niedriger Wert wünschenswert.

Bei der ZEP können maximal 25 von 100 Punkten auf diesen Wert erzielt werden.

Achtung:
Bitte nicht verwechseln mit dem Comfort-Factor. Dieser ist lediglich die Umkehrung des Prickle-Factors. Haben Sie 5% Anteile an Faser über 30µ, so werden diese von 100% abgezogen, um den Comfort-Factor zu erhalten. Wir halten dies nur für einen weiteren sinnlosen Wert, der lediglich eine mathematisch Prozentumkehrung dastellt, ohne Wertzuwachs für die Qualitätsaussagen einer Faserprobe.

Krümmung (Curvature):

Für viele Züchter wird die die Faserkrümmung zunehmend zu einem beachtenswerten Kriterium. Bitte beachten Sie, dass Krümmung und Crimp subjektiv betrachtet, das gleiche Phänomen beschreiben. Während Crimp jedoch eine subjektive visuelle Heangehensweise beschreibt, ist die Curvature Messung maschinell und unbestechlich. Doch Achtung: Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass man die Curvature zwar mit Sirlan Laserscan und OFDA Messungen ermitteln kann, der Hitze-Einfluss Laser das Messergebnis ungünstig nach oben verfälscht. Auch hier gilt, wer vergleichen will, muss sich auf eine Messmethode festlegen.

In diesem Zusammenhang möchten wir erwähnen, dass es Züchter in anderen Vereinen gibt, welche die Überlegenheit ihrer Tiere gerne durch solche Messergebnisse untermauern möchten. Bitte beachten Sie, dass dort immer Laserscan eingesetzt wurde, um das Ergebnis zu beschönigen. Lassen Sie sich also nicht beirren.

Der AZVD erfasst Curvature seit den ersten Tagen der ZEP mittels OFDA 100 und kann aus über 3.000 Ergebnissen ableiten, dass sich Huacayas zu 98% zwischen 20 und 50°/mm Curvature bewegen und Suris bis 20°/mm. Zwei Prozent liegen darüber und zeichnen sich tatsächlich auch durch eine außerordentliche Feinheit aus. Allerdings gibt es auch hier außerordentlich feine Tiere ohne besondere Krümmung der Faser.

Die Curvature wird in °/mm angegeben.

Leider gibt es bislang keinerlei wissenschaftlichen Beweise, dass Crimp oder Curvature ausschließliche Merkmale von feiner Faser sind. Es stimmt, dass Fasern mit hoher Frequenz und niedriger Amplitude generell auch fein sind, aber es gibt ebenso viele Fasern ohne Crimp/Curvature, die ebenfalls sehr fein sind. Leider konnte keine Untersuchung eine direkte Korrelation zwischen dem subjektiven Crimp und dem objektiven Curvature entdecken.

Aus diesem Grund hat die AZVD Mitgliedschaft bei der Einführung der ZEP abgelehnt, diesem Fasermerkmal Punkte zuzuweisen.

Punktevergabe

Punktevergabe im AZVD

Insgesamt entfallen 75 von 100 Detailpunkten auf die Faseranalyse. Die Berechnung erfolgt immer so, als wäre das Tier zwei Jahre alt. Das bedeutet, dass immer erst eine Alterskorrektur durchgeführt wird, bei dem die Faser von älter als 4 Jahre alten Tieren mit einem mathematischen Algorithmus simuliert auf zwei Jahre reduzuert wird. Bei Tieren unter 4 Jahren erfolgt keine Altersanpassung. Erst dann werden die Punkte errechnet. Wenn Sie das Excel Programm nutzen, um das zu prüfen, achten Sie bitte darauf, dass Sie mathematisch korrekt runden. Aber Achtung: ein Tier mit einem Alter von 3 Jahren, 6 Monaten und 1 Tag wird NICHT auf 4 Jahre aufgerundet. Die Alterskorrektur gilt tatsächlich erst bei Tieren ≥ 4 Jahren. Unter 4 Jahren wird die Faserprobe so durchgeführt, als wäre das Tier 2 Jahre alt. Diese Maßnahme wurde in 2013 eingeführt, weil einige Züchter absichtlich die Teilnahme an der ZEP verzögert haben, um einen Altersbonus zu erzielen.

Anmerkung: ein Tier als jünger zu registrieren, um durch einen falschen Gerburtstag einen ZEP Vorteil zu erzielen, wird als Betrugsversuch und Vertragsbruch gewertet. Da solche Mitglieder dem Image des AZVD Schaden zufügen, können hier drakonische Strafen verhängt werden bis zum öffentlichen Vereinsausschlussverfahren.

Punkte für AFD:

Bei der ZEP können maximal 25 von 100 Punkten auf diesen Wert erzielt werden. Folgende Punkteverteilung ist linear errechenbar:

AFD ≤ 20µ = 25 Detailpunkte
AFD = 27,5µ = 12,5 Detailpunkte
AFD ≥ 35µ = 0 Detailpunkte

Punkte für CV:

Bei der ZEP können maximal 25 von 100 Punkten auf diesen Wert erzielt werden. Folgende Punkteverteilung ist linear errechenbar:

CV ≤ 20% = 25 Detailpunkte
CV = 24% = 12,5 Detailpunkte
CV ≥ 28% = 0 Detailpunkte

Punkte für >30µ:

Bei der ZEP können maximal 25 von 100 Punkten auf diesen Wert erzielt werden. Folgende Punkteverteilung ist linear errechenbar:

>30µ ≤ 3% = 25 Detailpunkte
>30µ = 7,5% = 12,5 Detailpunkte
>30µ ≥ 12% = 0 Detailpunkte

Grafische Darstellung

 

Alterskorrektur

Alterskorrektur

Dank Yovom McColl und vielen AZVD Züchtern konnten wir auf ausreichend Faserproben zurückgreifen, um eine Einschätzung der jährlichen Veränderung von Faser vornehmen zu können. Die Erkenntnis ist, dass 90% aller Alpakas jährlich zwischen 1 und 5 Mikron schlechter werden. 10% der Tiere behalten unbeeinflusst von äußeren Einflüssen und/oder Alter ihre Faserwerte über einen längeren Zeitraum. Diese Tiere wären natürlich in der Zucht zu bevorzugen, sind aufgrund der mehrjährigen Messungen jedoch erst spät zu identifizieren. Diese Tiere würden ggf. über Gebühr von der Alterskorrektur profitieren, da sie aber sowieso zu bevorzugen sind, spielt das hier keine Rolle. Die Alterskorrektur ist also für die Tiere gedacht, die möglicherweise aufgrund ihres bewiesenen Zuchtpotenzials er später importiert wurden und daher aufgrund schlechterer Faserdaten keine Chance hätten, die ZEP zu bestehen.

Die Alterskorrektur soll daher Tieren unterschiedlichen Alters eine Chance auf einheitliche Bewertung ermöglichen, indem die Faserdaten durch einen einfachen Algorithmus auf die eines zweijährigen Tieres zurückgerechnet werden. Dass dies nur Annäherungswerte sein können, versteht sich von selbst und sollte daher eigentlich nur für Ausnahmen angewendet werden. Derzeit sehen wir keine Notwendigkeit, ein in Deutschland geborenes Tier später als dem dritten Lebensjahr der ZEP vorzustellen.

Aus diesem Grund hat die Mitgliedschaft in 2013 entschieden, dass die Alterskorrektur erst ab einem Alter ≥4 Jahren stattfindet. Hat ein Tier das geschlechtsspezifische Mindestalter für die ZEP erreicht und ist nicht älter als 3 Jahre, 11 Monate und 31 Tage, wird es in der Faseranalyse wie ein zweijähriges Tier behandelt. Jeder Versuch ein Tier durch Angabe falscher Geburtsdaten älter zu machen, um in den Genuss der Alterskorrektur zu kommen, wird als Betrugsvesuch gewertet.

AFD:

Der AFD Wert wird  für jedes Jahr über 4 um 10% des Vorjahreswertes reduziert. (Beispiel: 6 Jahre= 30µ, 5 Jahre=27µ, 4 Jahre=24,3µ... obwohl das 6 Jahre alte Tier einen AFD von 30µ hat, wird es so gewertet, als hätte es 24,3µ, wodurch es eine realistische Chance hat, die ZEP in Kategorie A zu bestehen)

SD:

Der SD Wert wird ebenfalls für jedes Jahr über 4 um 10% des Vorjahreswertes reduziert. Dadurch bleibt der CV konstant. (Beispiel: 6 Jahre= 6µ, 5 Jahre=5,4µ, 4 Jahre=4,9µ... obwohl das 6 Jahre alte Tier einen SD von 6µ hat, wird es so gewertet, als hätte es 4,9µ, wodurch der CV Wert konstant und daher berechenbar undnachvollziehbar bleibt.)

>30M:

Der Wert >30µ verhält sich leider nicht linear, wird jedoch für jedes Jahr über 4 um 20% des Vorjahreswertes reduziert. Das entspricht möglicherweise nicht den tatsächlichen Werten, ist aber vorsorglich so gewählt, dass die Tiere nicht zu gut, aber doch so bewertet werden, dass sie eine gute Chance haben, die Herdbuch Kategorie A zu erreichen. Eine 100 Punkte Wertung halten wir an dieser Stelle für unwahrscheinlich. (Beispiel: 6 Jahre= 30%, 5 Jahre=24%, 4 Jahre=19,2%... obwohl das 6 Jahre alte Tier mit einem deutlich verbesserten Wert betrachtet wird, errechnet es in diesem Bereich keine Punkte dazu.)

BEISPIEL:

Alter: 8 Jahre
AFD: 32µ
SD: 7,0µ
>30: 55%
Dichte: 4 (20 Punkte)

Wert 8 Jahre (ZEP Analyse) 4 Jahre (nach Alterskorrektur)
AFD 32µ (5 von 25 Punkte) 21 (23,2 von 25 Punkte)
SD 7,0µ (19,1 von 25 Punkte) 4,6µ (19,1 von 25 Punkte)
>30µ 55% (0 von 25 Punkte) 22,5% (0 von 25 Punkte)
Dichte 4 (20 von 25 Punkte) 4 (20 von 25 Punkte)
Gesamt Faserpunkte 44,1 davon 50% = 22,1 Punkte 62,3 davon 50% = 31,2 Punkte
Gesamtpunkte bei 50 Phäno 71,1 (Kategorie B) 81,2 (Kategorie A)

Wie Sie unschwer erkennen können, hat die Alterskorrektur das Tier nicht über Gebühr verbessert, aber doch so viele Zusatzpunkte beschert, dass es anstatt Kategorie B nun Kategorie A geworden ist. Ein Aufstieg in das AZVD Zuchtbuch ist nun schneller möglich. Wäre doch sehr schade, wenn ein im Ausland mehrfach bewiesener Deckhengst nicht in unsere Herde aufgenommen würde, nur weil er aufgrund der durch das Alter nicht mehr ganz optimalen Faser keine Zuchteignung erhalten würde. Die Alterskorrektur ist zwar nur eine Annäherung an die möglicherweise viel besseren Faserwerte in jungen Jahren, erfüllt aber ihren Zweck.

Farbkorrektur

Farb- und Rassekorrektur

Es gibt neben dem Alter eines Tieres noch zwei weitere Faktoren, die eine gleichberechtigte Bewertung erschweren:

1. Farbe

Auf die Alpaka Weltpopulation bezogen stellt die Rasse Huacaya in der Farbe Weiß die größte Gruppe dar. Nicht etwa, weil Weiß eine dominante Farbe darstellt, ganz im Gegenteil, sondern weil die Industrie in Südamerika diese Farbe besser einfärben kann und dadurch mittels höherer Rohstoffpreise dieses Zuchtziel interessant gemacht hat. Aus Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen haben sich die Alpakazüchter Südamerikas auf diese Farb- und Rasse Variation konzetriert und diese in der Zucht erheblich schneller und weiter vorangebracht, als die zig anderen Farben. Bis wir tatsächlich alle anderen Farben so fein nachzüchten können wie die Farbe Weiß, haben wir einen Farbkorrekturfaktor eingeführt, welcher den Nachteil dunklerer Farben, inbesonderer der Farben Grau, ausgleichen soll.

2. Rasse

Noch vor einigen Jahrzehnten war die kommerzielle Verarbeitung von 100% Suri so gut wie unmöglich, die Rasse daher ein Außenseiter mit Sonderstatus. Auch hier war die vorherrschende Farbe weiß. Erst die steigende Nachfrage in den USA an farbigen Suris verschob den Fokus auf diese Rasse. Auch hier ist im Durchschnitt eine schlechtere Faseranalyse zu erwarten.

Aus diesem Grund haben wir folgendes Schema für die Berechnung der Faseranalysepunkte eingeführt:

Schritt 1: Ermittlung der Faserwerte eines zweijährigen Tieres durch Anwendung der Alterskorrektur

Schritt 2: Ermittlung der Punkte für diese Faserwerte

Schritt 3: Anwendung des Korrekturfaktors bei dunkleren Huacayas und Suris gemäß der nachstehenden Tabelle:

Farbe Huacaya Faktor Suri Faktor
100 | White 1.0 1.3
201 | Beige 1.0 1.3
206 | Latte 1.0 1.3
207 | Light Champagne 1.0 1.3
202 | Champagne 1.0 1.3
203 | Dark Champagne 1.0 1.3
204 | Light Fawn 1.0 1.3
205 | Fawn 1.0 1.3
209 | Dark Fawn 1.0 1.5
301 | Brown 1.3 1.5
302 | Maroon 1.3 1.5
350 | Streaky Black Brown 1.3 1.5
409 | Bay Black 1.3 1.5
410 | Chocolate 1.3 1.5
284 | Light Rose Grey 1.3 1.5
211 | Medium Rose Grey 1.3 1.5
306 | Dark Rose Grey 1.3 1.5
401 | Silver Grey 1.3 1.5
402 | Medium Silver Grey 1.3 1.5
403 | Dark Silver Grey 1.3 1.5
404 | Oxford Grey 1.3 1.5
500 | Jet Black 1.3 1.5

Programm

Berechnungsprogramm

Mit diesem kleinen MS Excel® Programm haben Sie die Möglichkeit eine Faseranalyse entsprechend den ZEP Regularien berechnen zu lassen. Es sind 75 Detailpunkte bzw. nach der 50% Regel 37,5 Faserpunkte möglich, denn die 25 (12,5) Punkte des Fasercharakters können durch das Meßverfahren nicht erfasst werden. Diese kommen im Endergebnis noch dazu.

Wir haben das Programm in zwei Versionen bereitgestellt. Bitte laden Sie das Programm entsprechend Ihrer Ms Excel®  Version herunter (sehen Sie nach, ob Ihre Version mit der Dateiendung .XLS oder .XLSX arbeitet)

ACHTUNG: alle älteren Versionen sind hiermit ungültig, da es seit 2013 eine Änderung in der Faserbewertung gibt, die erst ab dieser Version berücksichtigt ist.

Version 1 (bis einschließl. Version 2013): faser_calculator.xls

Version 2 (neuere Version als 2013) : faser_calculator.xlsx

Nach der Installation sollten Sie das Progamm an einem Ort Ihrer Festplatte abspeichern, an dem sie es immer wieder finden. Durch Doppelklick öffnet sich MS Excel® und damit auch der Faser Kalkulator. Gehen Sie jetzt wie folgt vor:

Eingabe des Alters:

Geben Sie nun zunächst das Alter des Tieres in Jahren ein. Achtung, bei Tieren unter 4 Jahren können Sie das Alter auf 2 Jahre belassen, denn es findet keine Alterskorrektur statt. Also ein Tier mit 3 Jahren und 9 Monaten wird genauso behandelt, wie ein Tier mit 18 Monaten.

Ab einem Alter von 4 Jahren sollten Sie immer mathematisch korrekt runden, also ein Tier mir X Jahren, 5 Monaten und 29 Tagen wird abgerundet, ein Tier mit X Jahren, 6 Monaten und 1 Tag wird aufgerundet. Der AZVD Zuchtwart benutzt eine andere Software, die exakt rundet. Sollten Sie hier einen Fehler begehen, könnte sich das Ergebnis leicht unterscheiden. Im Zweifel gilt jedoch IMMER die offizielle Software des Zuchtwartes.

Wahl der Rasse:

Wählen Sie nun die Rasse, ob Huacaya oder Suri.

Wahl der Farbe:

Wählen Sie nun die Farbe des Tieres aus.

ACHTUNG: auch hier kommt es häufig zur Fehleinschätzung der tatsächlichen Farbe. Einige Züchter meinen, ein Braun in ihrem Huacaya entdeckt zu haben, welches natürlich zu einerm Korrekturfaktor von 1,3 anstelle von einem 1,0  bei Dark Fawn führen würde. Die Zuchteignungsprüfer verifizieren bei jedem Tier, ob die bei der Registratur angegebene Farbe tatsächlich mit der AZVD Farbtabelle übereinstimmt und nehmen ggf. eine Korrektur vor. Die kann zu Abweichungen zwischen Ihrem ermittelten Ergebnis und dem tatsächlichenm Ergebnis führen. Auch hier gilt immer die Meinung der drei Zuchteignunsgprüfer, die die Tierfarbe mit dem offiziellen AZVD Farbmuster vergleichen.

Eingabe der Faserdaten:

Geben Sie nun die Daten der Faseranalyse ein: AFD, SD und >30µ

Ergebnis:

Auf der rechten Seite können Sie nun das Ergebnis der einzelnen Bewertungskriterien ablesen, wie auch die Detailpunkte (75 von 100) und die daraus für das Endergebnis angerechneten AZVD Faser Punkte (37,5 von 50).

Anmerkung: Der AZVD gewichtet Phänotyp und Faser in einem Verhältnis von 50 zu 50. Dadurch werden für das Gesamtergebnis nur jeweils 50% der erzielbaren 100 Detailpunkte im Phänotyp, der 25 Detailpunkte für den Fasercharakter (Dichte, bzw. Locken/Glanz) und der 75 Detailpunkte für die Faseranalyse angerechnet. Da wir Menschen uns vergleichsweise leicht mit der Prozentrechnung anfreunden, jedoch Probleme bei der Erfassung komplexerer mathematischer Algorithmen haben, ist die Reduzierung auf maximal erzielbare 100% in allen Bereichen auch die einfachste Möglichkeit.

ACHTUNG: Einzelne Mitglieder anderer Vereine versuchen aus marketingtechnischen Gründen ihre in anderen Vereinen erzielte Punkte auf ein "vergleichbares" ZEP Ergebnis umzurechnen und kommen dabei auf Werte über 100. Das ist natürlich Nonsens. Bei der ZEP sind maximal 100 Punkte zu erzielen (was schon sehr selten der Fall ist). Solche Vergleiche sind unseriös und nicht zutreffend. Wir nehmen daher Abstand von einem direkten Vergleich, zumal andere Systeme tatsächlich nicht vergleichbar sind.

Ihre Zuchteignungsprüfer

  • 1
  • 2

Durchschnittliche ZEP Faserergebnisse

23,0µ

Mikron

5,0µ

SD

21,8%

CV

11,2%

>30µ

Eric Hoffman sagt…

Ich hatte das Glück 35 Jahre mit Alpakazüchtern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten zu dürfen. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch das AZVD Programm zur Verbesserung der nationalen Herdqualität in Verbindung mit einer DNA basierten Registratur. Ich bin stolz darauf, Teil der Prüferausbildung gewesen zu sein.

Eric Hoffman
Autor von "Complete Alpaca Book"

Wichtige Adressen

Geschäftsstelle, Silke Herrling:

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+49.4973.939744
+49.4973.913512
Upsteder Str. 31 | 26409 Wittmund
Mo-Fr.: 17:00 - 19:00 Uhr

 

Registratur i.V., Claudia Böge:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
+49.4383.517882
Buchholz 7 | 24306 Lebrade

 

Zuchtwart  Hartmut Wecke

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