• 15 04 - 10 06

DNA Abstammung

"Wer nicht weiß woher er kommt, weiß auch nicht wohin er geht" (Zitat unbekannter Herkunft)

Historisch

Hintergrund

Wer kennt sie nicht, die markigen Aussagen einiger Verkäufer über die Abstammung einiger Tiere und dem glorreichen Vater mit der adligen Blutlinie. Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass viele dieser Aussagen nicht belegbar sind, denn die registrierende Stelle im Ausland verzichtet auf die Überprüfiung und Legitimierung dieser Abstammungen mittels DNA, der größten Errungenschaft des 20. Jahrunderts.

Bereits 1991 hat die ARI (Nordamerikanische Alpakaregistratur) zusammen mit der UC Davis, (University of California) eine Alpaka Registratur eingeführt, welche alle Tiere genetisch erfasst und deren Abstammung überprüft. Natürlich waren die Pedigrees der ersten Importtiere weder bekannt noch verifizierbar. Auch in untero importierte Nachkommen waren lediglich auf die Mutter DNA überprüfbar. Doch schon ein Fohlenjahrgang danach mussten alle in den USA geborenen und registrierten Tiere von registrierten Tieren abstammen, um überhaupt registriert werden zu dürfen. Und nach der Schließung der Registratur für Importtiere Anfang des neuen Jahrtausends war es nur noch möglich, Tiere von registrierten Eltern zu registrieren. Deren Abstammung konnte so immer verifiziert werden. Die USA ist jedoch eine Insellösung, die nicht ohne Abstriche auf den europäischen Markt übertragbar ist.

Eric Hoffman hat zu diesem Thema im Jahr 2000 referiert, als es um die Einführung eines Europäischen Alpaka Registers ging. Eric empfahl damals unbedingt die DNA Typisierung und die Abstammungsuntersuchung zur Pflicht der neuen Registratur mit einzuführen. Die Einführung scheiterte an der Unnachgiebigkeit der englischen Delegierten, da die nachträgliche Bestandsanalyse wohl zu viel gekostet hätte. Es ist auch fraglich, wieviel Unfrieden die Abstammungsuntersuchung gebracht hätte, angesichts der zu vermutenden Unstimmigkeiten der bis heute bestehenden Papierregistratur.

So wurde die DNA Typsierung mit Abstammungsuntersuchung Pflicht in dem neu gegründeten Alpaka Zucht Verband Deutschland e.V., der lange Jahre Vorreiter für verifizierbare Pedigrees auf dem europäischen Festland war.

Abstammung im AZVD

Abstammung im AZVD

Grundsätzlich gilt, alle im AZVD Einzugsbereich geborenen Tiere werden auf Abstammung untersucht.

Abstammungsuntersuchung im AZVDSind die Eltern dem Melder bekannt, gibt der bei der Registratur eines Tieres die Eltern mit an. Die Angabe der AZVD DNA Nummern der Eltern ist völlig ausreichend. Die Abstammungsuntersuchung auf bekannte Eltern ist in der Registraturgebühr von 74 EUR enthalten.

Sollte die angegebene Abstammung nicht stimmen oder wurden bei einem im Einzugsgebiet geborenen Tier keine Eltern angegeben (Zukauf von unregistrierten Tieren oder Tieren von Nicht-Mitgliedern), wird immer ein Datenbankvergleich durchgeführt, um eine möglicherweise bekannte Abstammung herauszufinden. Dieser zusätzliche Arbeitsaufwand wird der Registratur vom Labor mit 40,00 EUR Rechnung gestellt und an den Tiermelder weitergegeben, auch wenn sie kein positives Ergebnis geliefert hat. Oftmals wären diese Zusatzgebühren vermeidbar gewesen.

WICHTIG:
diese Regelung beinhaltet folgende Fälle:

  • dem Züchter sind die Eltern nicht bekannt
  • die Eltern sind nicht im AZVD registriert
  • die angegebenen Eltern erweisen sich als falsch
  • mehrere Väter kommen in Frage

Diese Regelung ermöglicht die Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Vermeidung von Inzucht, absichtlicher oder unabsichtlicher Kreuzungszucht, Betrug und/oder Verschleierung. Außerdem reduziert es die Kosten bei fehlerhaften Angaben. In jedem Fall werden angegebene Eltern auch bei negativer Überprüfung eingetragen, in diesem Fall jedoch als nicht verifiziert. Bitte beachten Sie, dass ein Züchterherdkürzel für Fohlen nur dann eingetragen wird, wenn die Eigentumsnachweise auch nachvollziehbar sind. Bei nicht verifizierten Eltern hat der AZVD naturgemäß auch keinen Nachweis über den Eigentümer.

Dokumentation

AZVD Pass mit AbstammungsdokumentationDerzeit werden alle Abstammungen im Alpakapass dokumentiert. Leider ist es uns aus Platzgründen nicht möglich, mehr als zwei Elterngenerationen darzustellen, also Eltern (2) und Großeltern (4) eines Tieres. Wir arbeiten derzeit an einer Lösung, wie wir mehr als diese zwei Generationen so darstellen können, dass der Arbeitsaufwand zu leisten ist und den Züchteransprüchen genüge getan wird.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns darauf beschränken, Abstammungen über diese Tiefe nur online zur Verfügung zu stellen, um die Druckkosten für neue Pässe zu vermeiden. Wir bitten diesbezüglich um Geduld.

AZVD Tierübersicht

8.157

Huacayas

(89%)

964

Suris

(11%)

5.980

Stuten

(66%)

3.141

Hengste

(34%)

Eric Hoffman sagt…

Ich hatte das Glück 35 Jahre mit Alpakazüchtern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten zu dürfen. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch das AZVD Programm zur Verbesserung der nationalen Herdqualität in Verbindung mit einer DNA basierten Registratur. Ich bin stolz darauf, Teil der Prüferausbildung gewesen zu sein.

Eric Hoffman
Autor von "Complete Alpaca Book"

Wichtige Adressen

Geschäftsstelle, Silke Herrling:

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+49.4973.939744
+49.4973.913512
Upsteder Str. 31 | 26409 Wittmund
Mo-Fr.: 17:00 - 19:00 Uhr

 

Registratur i.V., Claudia Böge:

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+49.4383.517882
Buchholz 7 | 24306 Lebrade

 

Zuchtwart  Hartmut Wecke

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