• 03 09 2017
    Einsteiger Kurs 10:30 to 16:30
  • 03 10 2017
    6. Farmtag, 5 Jahre Auenland Alpakas 10:00 to 18:00
  • 28 10 2017
    Grundlagenseminar: Zucht, Pflege und Haltung von Alpakas 09:30 to 17:00
  • 28 10 2017
    Workshop - Camelidynamics mit Sibylle Klasing-Mann 10:00 to 17:00
  • 28 10 2017
    Tierbeurteilungs-Workshop 2,5 Tage 10:30 to 14:00
  • 03 09 - 30 10

Alpakafaser

Alpakafaser - Fiber to Fasion

Von der Faser zur Mode (Fibre to Fashion)

Alpakafaser schaut auf eine jahrtausende lange Geschichte zurück. Waren die Mannschaftsuniformen der Inkas noch aus mittelmäßiger Huacayafaser, waren die feinsten Garne von Huacaya und Suri nur der herrschenden Kaste vorbehalten. Heute zählt Alpakafaser zu den Edeltierhaaren wie Kaschmir, Mohair, Angora, Vicunja und Quiviuk. Von der Struktur her ähnelt die Faser tatsächlich dem menschlichen Haar, jedoch ist es mit durchschnittlich 22 Mikron (tausendstel Millimeter Durchmesser) 10 mal feiner als unsere Haare. Die eng anliegende Schuppenstruktur verleiht der Faser nicht nur selbstreinigende Eigenschaften (ähnlich dem Lotus-Effekt), sondern auch den ganz eigenen Glanz, welcher bei der Surifaser nur durch Seide übertroffen wird. Es ist auch dieser engen Schuppenstruktur zu verdanken, dass sich selbst stärkere Faser weicher und seidiger anfühlt als feine Merinowolle.

Dieses Bewertungskriterium nennt sich "Handle", also ein subjektives Empfinden, welches vielen Menschen bei Erstkontakt die Sprache raubt.

Etwa 30% der Alpakafaser ist medulliert, spricht komplett oder teilweise hohl. Auch wenn es die nicht wissenschaftliche bewiesene Meinung gibt, die medullierte Faser aufgrund der negativen Erfahrungen beim Färben von Schafwolle als minderwertig klassifizieren soll, hat diese im Alpakavlies durchaus eine Daseinsberechtigung:

  • die Hohlfaser wirkt in beide Richtungen isolierend (ähnlich einer Hohlschicht im Mauerwerk) und
  • sie verringert das spezifische Gewicht bei gleichbleibendem Volumen (was bei Nationen die nach Vliesgewicht bezahlt werden natürlich negativ bewertet wird)
  • nachweislich lassen sich bei Alpakas auch diese Fasern ganz hervorragend färben, was das Zuchtziel zur Reduzierung medullierter Faser relativiert.

Farben:

Derzeit definiert die Industrie 22 reine Naturfarben und über 60 Schattierungen. Das gibt Alpakafaser ein Alleinstellungsmerkmal bei den Säugetieren. Da genetisch durchaus noch weitaus mehr Farben möglich sind, wir diese aufgrund der geringen Zahl von Alpakas noch nicht haben endecken können, hat die Entwicklung der Alpakasfarben gerade erst begonnen.

Allergiker geeignet:

Uns ist bekannt, dass die Schafwoll-Lobby Lanolin (Wollfett) als Allergen strikt ablehnt. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass es nach neusten Berichten ca. 4 Millionen Menschen gibt, die auf Schafwolle und andere Wollprodukte mit Lanolin allergisch reagieren. Man könnte natürlich jetzt auch annehmen, dass die chemische Reinigung, welche notwendig ist das Lanolin zu entfernen, für die Reaktionen verantwortlich ist. Was auch immer der Grund sein mag, Alpakafaser deckt hier den Bedarf als hypoallergene Naturwolle. Die Fangemeinde wird immer größer. Da viele Alpakaprodukte allerdings nach wie vor aus dem Ausland importiert und weder die 100%ige Reinheit noch die chemiefreie Verarbeitung immer gewährleistet ist, kommt der einheimischen "Cottage Industry" als Eigenververarbeitung eine immer wichtigere Rolle zu.

Feinheit:

Wir möchten uns an dieser Stelle ein wenig bei den Konkurrenzprodukten entschuldigen. Zweifellos gibt es sehr feine Kaschmirprodukte und auch eine ebenso große Fangemeinde, die immer wieder Beispiele findet, weshalb Alpaka nicht so toll ist. Der Grund hierfür ist einfach gefunden. Betrachtet man die schiere Masse an Kaschmirziegen, Merinoschafen und Konkurrenzfasern wird schnell deutlich, dass wir uns mit Alpakas gerade erst am Anfang befinden. Das Potenzial bei Alpakas ist jedoch in den Vorfahren zu erkennen, den Vikunjas. Mit durchschnittlich 12-14 Mikron schlägt diese Faser alles, was kommerziell auf dem Fashion Markt verfügbar ist. 600-700 Jahre alte Alpaka Mumien hatten bereits eine vergleichbare Feinheit, welche nur durch die spanischen Eroberer verloren ging. Wenn wir unsere Zuchtziele konsequent umsetzen, dann hat das Alpaka das Potenzial, im Durchschnitt wieder deutlich feiner zu sein als alle Konkurrenten. Bis es soweit ist sollten wir jedoch die direkten Vergleiche mit anderen Tierhaaren vermeiden und uns auf unsere eigenen Qualitäten besinnen. Diese liegen unter Anderem auch darin, dass die Alpakahaltung im Gegensatz zu allen anderen Faser- und Wolllieferanten tatsächlich nachhaltig und umweltschonen ist. Wir erfüllen somit auch ein gewisses Maß an Naturschutz.

Achtung: die Feinheit der Alpakafaser ist zwar genetisch voreingestellt, bei 90% der Tiere jedoch direkt abhängig von der Menge an aufgenommenen Protein. Wer seine Tiere falsch füttert (dauerhafte Draußenhaltung bei proteinreich und gedüngten Weiden, sowie Fütterung von bestimmten Getreidearten und Müsli) der muss mit einer sehr schnellen Verschlechterung rechnen. Krankheiten, Stress, Futterwechsel und Transporte können ähnlich schnelle Veränderungen hervorrufen, die nicht immer reversibel sind.

Feinheitsstufen:

Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass bei der Bezeichnung "Baby Alpaka" in textilen Produkten eindeutig NICHT die Faser von Alpakababies gemeint ist. Auch nicht von "Jungtierenm" wie mancher Garnimporteur in den Werbetexten einsetzt. Baby Alpaka ist so wie Royal, Superfine, Adult, etc. eine Bezeichnung für eine bestimmte Faserfeinheitsstufe. Diese wird von der Industrie wie folgt klassifiziert:

Royal Baby (RB): unter 20 Mikron (µ)

ist der feinste Bereich bei Alpakas und da noch relativ wenig vorkommend, auch nicht weiter unterteilt.

Baby Alpaka (BA): 20,1 - 23,0µ

derzeit die feinste kommerziell verfügbare Faserfeinheitsstufe. Leider immer noch nicht in solchen Mengen verfügbar, dass eine ganzjährige Lieferung von Produkten sichergestellt ist.

Superfein Alpaka (SF): 23,1 - 26,9µ

eine der gängigsten Feinheitsstufen und die höchste, die noch für Kleidungsstücke nutzbar ist. Leider ist diese Feinheitsstufe relativ dicht am Grenzwert von 30µ. Bei unsachgemäßer Verarbeitung können Produkte leicht kratzen oder vergleichsweise steif sein.

Die nachfolgenden Feinheitsstufen sind nicht mehr für Kleidungsstücke verwendbar. Die Ausnahme bildet Suri Faser, die in diesen Bereichen aufgrund der glatten Oberfläche als Webware durchaus hervorragende Trageigenschaften aufweisen kann:

Medium Alpaka: 27,0 -30,9µ

Strong: 31,0 - 35.9µ

Coarse: >36,0µ

Siehe auch Schur & Verarbeitung

AZVD Farbübersicht

5.397

Whites

(59%)

1.701

Browns

(19%)

1.308

Blacks

(14%)

715

Greys

(8%)

Eric Hoffman sagt…

Ich hatte das Glück 35 Jahre mit Alpakazüchtern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten zu dürfen. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch das AZVD Programm zur Verbesserung der nationalen Herdqualität in Verbindung mit einer DNA basierten Registratur. Ich bin stolz darauf, Teil der Prüferausbildung gewesen zu sein.

Eric Hoffman
Autor von "Complete Alpaca Book"

Wichtige Adressen

Geschäftsstelle, Silke Herrling:

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Buchholz 7 | 24306 Lebrade

 

Zuchtwart  Hartmut Wecke

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